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CH: Beratende Kommission für Landwirtschaft unterstützt die Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2030 (AP30+)

DMZ – LANDWIRTSCHAFT ¦ MM ¦ AA

 

Bern – Die Beratende Kommission für Landwirtschaft (BEKO) des Bundesrats hat sich am 27. Februar 2025 erneut mit der Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2030 (AP30+) beschäftigt und erste Ansätze zur Anpassung des agrarpolitischen Instrumentariums diskutiert. Die BEKO spricht sich klar für die vorgeschlagenen Maßnahmen aus und sieht in der Weiterentwicklung der Agrarpolitik einen Schritt hin zu einer nachhaltigeren und effizienteren Landwirtschaft.

 

Ziel der AP30+ sei es, die Landwirtschaft als eigenständige Wirtschaftsakteure zu stärken und gleichzeitig die Regulierungsdichte zu verringern. Besonders betont wird die Notwendigkeit, Direktzahlungen stärker an konkrete Ergebnisse zu koppeln und Anreize für eine höhere Ressourceneffizienz zu setzen. Dies könne durch die Einführung von Anreizen für eine ressourcenschonendere Produktion, etwa durch Abgaben auf Produktionsmittel wie Kunstdünger oder Pflanzenschutzmittel, erfolgen. Solche Abgaben sollen, so der Vorschlag, gezielt an die Landwirte zurückerstattet werden, um die notwendigen Anreize zu schaffen.

 

Forderung nach Vereinfachung und Ökologisierung

Die BEKO, die als ausserparlamentarische Kommission den Bundesrat berät, unterstützt den durch das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) strukturierten und partizipativ organisierten Prozess. Besondere Bedeutung messen die Mitglieder der Kommission der Eigenständigkeit der Landwirtschaftsbetriebe bei. Die Betriebe sollen weiterhin ihre betriebliche Ausrichtung selbst bestimmen können, ohne zusätzliche staatliche Vorgaben. Dabei steht die Vereinfachung der agrarpolitischen Instrumente und eine Reduktion des administrativen Aufwands im Vordergrund.

 

Zudem soll die ökologische Verantwortung nicht aus den Augen verloren werden. Die BEKO betont, dass der ökologische Fussabdruck weiter reduziert werden müsse. Die angestrebten Maßnahmen dürfen jedoch nicht zulasten des Agrarbudgets gehen. Ein ganzheitlicher Ansatz, der die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion bis zum Konsum berücksichtigt, ist für die Kommission unverzichtbar.

 

Digitalisierung als Schlüssel zur Zukunft

Besondere Aufmerksamkeit wurde der Digitalisierung im Agrarsektor gewidmet. Die BEKO sieht in der Umsetzung der Digitalisierungsstrategie einen grundlegenden Baustein für die Agrarpolitik der Zukunft. Um die angestrebten Ziele zu erreichen, empfiehlt die Kommission, die Vorschläge zur Vereinfachung des Direktzahlungssystems weiter zu konkretisieren und mit den direktbetroffenen Stakeholdern in einen vertieften Dialog zu treten.

 

Die BEKO fordert zudem, dass die Agrarpolitik auf ein zukunftsfähiges Bild der Land- und Ernährungswirtschaft ausgerichtet wird – insbesondere mit Blick auf das Jahr 2050. Die Stärkung der Ressourceneffizienz und eine nachhaltigere Landwirtschaft sind hierbei zentrale Elemente. Die Kommission hält es für notwendig, dass die Agrarpolitik klare und überprüfbare Ergebnisse liefert, die durch geeignete Indikatoren messbar sind.

 

Ausblick und nächste Schritte

Die BEKO wird in den kommenden Monaten weiter daran arbeiten, die Vorschläge zur AP30+ konkret zu erarbeiten und eine fundierte Bewertung der verschiedenen Optionen vorzunehmen. Insbesondere die Frage, wie Ressourceneffizienzanreize effektiv zur Zielerreichung beitragen können, wird im weiteren Verlauf geprüft. Die Kommission wird dabei eng mit den betroffenen Akteuren zusammenarbeiten und ihre Empfehlungen weiter ausarbeiten.

 

Fazit

Die Beratende Kommission für Landwirtschaft verfolgt mit der Unterstützung der AP30+ einen zukunftsorientierten, nachhaltigen und effizienteren Ansatz für die Schweizer Agrarpolitik. Dabei liegt ein besonderer Fokus auf der Förderung der Eigenständigkeit der Landwirtschaftsbetriebe, der Vereinfachung der Agrarpolitik sowie der Schaffung von Anreizen für eine ressourcenschonendere Produktion. Die nächsten Schritte beinhalten eine vertiefte Diskussion und eine präzisere Ausarbeitung der konkreten Maßnahmen.

 

 

 

Herausgeber:

Bundesamt für Landwirtschaft BLW


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