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Angst als Geschäftsmodell: Warum die Prophezeiungen von Marc Friedrich und Co. nie eintreten – und dennoch gekauft werden

DMZ –  POLITIK ¦ Dirk Specht ¦    

KOMMENTAR

 

Die Erfolge von Autoren wie der hier nur exemplarisch aufgeführte Marc Friedrich könnten das Verhältnis der Deutschen zu Geld nicht besser beschreiben. Seit Dekaden finden solche Autoren zum Thema Geldanlage Anhänger, die nichts anderes als deren Angst bedienen und ihnen "Tipps" für die "Absicherung" gegen irgendwelche Weltuntergänge geben, die nie stattfinden.
Anfangs hatte Friedrich sogar mal Waldboden und Whiskey als Anlage empfohlen. Dann lautete sein Geschäftsmodell Gold, was aber während seiner Tipps nur seitwärts lief und rechtzeitig, bevor der Tipp sogar mal funktionierte, ist er auf Bitcoin umgestiegen, der sich nun aber gerade nicht als Krisenschutz erweist. Was identisch geblieben ist, sind Falschaussagen über das Geldsystem und die Prognosen, das werde über eine Hyperinflation untergehen. Dass eben jenes Geldsystem in den letzten massiven Krisen sehr gut einsetzbar war, lügt er einfach hinweg, indem er behauptet, es habe diese Krisen erzeugt und das seien alles nur Bestätigungen für die Brillanz seiner Analysen.
Es gibt nur eine Konstante in seinen miserablen Büchern: Die Prognosen treten zuverlässig nicht ein und seine konkreten Anlageempfehlungen liefern ganz sicher Nullergebnisse oder Verluste. Das könnte sogar ein mäßig trainierter Schimpanse ohne Lesebrille erkennen. Warum wird so was immer noch gedruckt und gekauft, warum besuchen Leute Vorträge von solchen Scharlatanen?
Wäre egal, wenn das nicht korrelierte mit Leuten, denen außer Stamtischgemäre über Schulden zu unseren immer komplexeren Herausforderungen als Staat, Ökonomie und Gesellschaft nichts einfällt.
Ich wage mal die Prognose, dass wir erst dann in der Moderne ankommen können, wenn der letzte Leser von Friedrich et al. entweder verstorben ist oder irgendwo ein Licht im Zentralhirn gefunden hat.

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