
DMZ –GESELLSCHAFT ¦ A. Aeberhard ¦
KOMMENTAR
Die Corona-Pandemie hat bestehende gesellschaftliche Spannungen nicht etwa geschaffen, sondern vor allem verstärkt und sichtbar gemacht. Schon vor dem Ausbruch des Virus gab es in vielen Ländern Tendenzen zur Polarisierung, die durch soziale Medien, politische Debatten und wirtschaftliche Unsicherheiten weiter angeheizt wurden. Die Krise selbst fungierte dabei wie ein Brennglas, das diese Spaltungen offenlegte.
Wissenschaftliche Studien haben klar gezeigt, dass die ergriffenen Schutzmaßnahmen notwendig waren, um die Ausbreitung des Virus zu bremsen und das Gesundheitssystem vor einer Überlastung zu bewahren. So bestätigte eine Untersuchung der Universität Oxford, dass frühzeitige Lockdowns und Kontaktbeschränkungen die Zahl der Infektionen erheblich reduzierten. Auch eine Analyse des Imperial College London zeigte, dass Impfkampagnen weltweit Millionen von Todesfällen verhinderten.
Einige Kritiker der Maßnahmen argumentierten jedoch, dass diese die Gesellschaft weiter spalteten. Dabei war diese Spaltung nicht die Folge der Maßnahmen selbst, sondern ein bereits vorhandenes Phänomen. Denn schon vor der Pandemie gab es eine wachsende Skepsis gegenüber wissenschaftlichen Erkenntnissen und staatlichen Institutionen. Während der Pandemie trat diese Skepsis dann noch deutlicher zutage, vor allem durch die rasante Verbreitung von Verschwörungstheorien und Fehlinformationen. Studien zeigen, dass besonders in sozialen Medien falsche Informationen über Impfstoffe, den Ursprung des Virus und die ergriffenen Maßnahmen weite Verbreitung fanden und das Vertrauen in die Wissenschaft weiter untergruben.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, den die Pandemie verdeutlicht hat, sind bestehende soziale Ungleichheiten. Menschen mit niedrigem Einkommen waren besonders stark von den wirtschaftlichen Folgen betroffen, da ihre Berufe oft nicht ins Homeoffice verlagert werden konnten. Studien aus den USA und Europa belegen zudem, dass ärmere Bevölkerungsgruppen ein höheres Risiko hatten, an COVID-19 zu erkranken und schwerere Verläufe zu erleben.
Die Spaltung der Gesellschaft ist daher nicht auf die Maßnahmen selbst zurückzuführen, sondern auf eine lange vor der Pandemie beginnende Entwicklung. Um zukünftige Krisen besser zu bewältigen, ist es von entscheidender Bedeutung, das Vertrauen in wissenschaftliche Erkenntnisse und politische Institutionen zu stärken und soziale Ungleichheiten aktiv anzugehen.
Fehler- und Korrekturhinweise
Wenn Sie einen Fehler entdecken, der Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollte, teilen Sie ihn uns bitte mit, indem Sie an intern@mittellaendische.ch schreiben. Wir sind bestrebt, eventuelle Fehler zeitnah zu korrigieren, und Ihre Mitarbeit erleichtert uns diesen Prozess erheblich. Bitte geben Sie in Ihrer E-Mail die folgenden Informationen sachlich an:
- Ort des Fehlers: Geben Sie uns die genaue URL/Webadresse an, unter der Sie den Fehler gefunden haben.
- Beschreibung des Fehlers: Teilen Sie uns bitte präzise mit, welche Angaben oder Textpassagen Ihrer Meinung nach korrigiert werden sollten und auf welche Weise. Wir sind offen für Ihre sinnvollen Vorschläge.
- Belege: Idealerweise fügen Sie Ihrer Nachricht Belege für Ihre Aussagen hinzu, wie beispielsweise Webadressen. Das erleichtert es uns, Ihre Fehler- oder Korrekturhinweise zu überprüfen und die Korrektur möglichst schnell durchzuführen.
Wir prüfen eingegangene Fehler- und Korrekturhinweise so schnell wie möglich. Vielen Dank für Ihr konstruktives Feedback!
Unterstützen Sie uns jetzt!
Seit unserer Gründung steht die DMZ für freien Zugang zu Informationen für alle – das ist unser Alleinstellungsmerkmal. Wir möchten, dass jeder Mensch kostenlos faktenbasierte Nachrichten erhält, und zwar wertfrei und ohne störende Unterbrechungen.
Unser Ziel ist es, engagierten und qualitativ hochwertigen Journalismus anzubieten, der für alle frei zugänglich ist, ohne Paywall. Gerade in dieser Zeit der Desinformation und sozialen Medien ist es entscheidend, dass seriöse, faktenbasierte und wissenschaftliche Informationen und Analysen für jedermann verfügbar sind.
Unsere Leserinnen und Leser machen uns besonders. Nur dank Ihnen, unserer Leserschaft, existiert die DMZ. Sie sind unser größter Schatz.
Sie wissen, dass guter Journalismus nicht von selbst entsteht, und dafür sind wir sehr dankbar. Um auch in Zukunft unabhängigen Journalismus anbieten zu können, sind wir auf Ihre Unterstützung angewiesen.
Setzen Sie ein starkes Zeichen für die DMZ und die Zukunft unseres Journalismus. Schon mit einem Beitrag von 5 Euro können Sie einen Unterschied machen und dazu beitragen, dass wir weiterhin frei berichten können.
Jeder Beitrag zählt. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!