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CH: Mehr Verkehrstote, weniger Schwerverletzte: Entwicklung der Strassenverkehrsunfälle 2024

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Bern – Die Zahl der Todesopfer im Schweizer Strassenverkehr ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen. Laut der aktuellen Strassenverkehrsunfall-Statistik des Bundesamts für Strassen (ASTRA) kamen 2024 insgesamt 250 Menschen bei Verkehrsunfällen ums Leben – das sind 14 mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig ist die Zahl der Schwerverletzten von 4096 auf 3792 gesunken.

 

Damit verzeichnet die Schweiz den höchsten Stand an Verkehrstoten seit 2015, als 253 Menschen ihr Leben im Strassenverkehr verloren. Die Zahl der Schwerverletzten hat hingegen einen Tiefststand der letzten fünf Jahre erreicht.

 

Unfallzahlen nach Verkehrsteilnehmenden

Die Verteilung der Unfallopfer zeigt deutliche Unterschiede je nach Art der Fortbewegung:

  • Autoinsassen: 81 Menschen starben als Insassen von Personenwagen (2023: 75). Die Zahl der Schwerverletzten sank leicht von 719 auf 684.

  • Motorradfahrende: 47 Motorradfahrerinnen und -fahrer kamen ums Leben, drei weniger als 2023. Die Zahl der Schwerverletzten fiel um 6,8 % auf 1081.

  • E-Bike-Fahrende: Hier gab es einen deutlichen Anstieg der Todesopfer von 16 auf 25. Die Zahl der Schwerverletzten ging um 10,4 % auf 533 zurück.

  • Fahrradfahrende: 20 Velofahrende verloren ihr Leben, sechs weniger als im Vorjahr. Die Zahl der Schwerverletzten sank um 13,6 % auf 633.

  • Fussgängerinnen und Fussgänger: 48 Menschen starben zu Fuss im Strassenverkehr, 6 mehr als 2023. Erfreulich ist jedoch, dass sich die Zahl der Todesfälle auf Fussgängerstreifen fast halbiert hat (2024: 11, 2023: 24). Die Zahl der Schwerverletzten in dieser Gruppe sank um 7,4 % auf 441.

 

Mehr Unfälle bei jungen Motorradfahrenden: ASTRA prüft Massnahmen

Ein besonderes Augenmerk richtet das ASTRA auf die Unfallentwicklung bei jungen Motorradfahrenden. Seit der Senkung des Mindestalters für die 125er-Kategorie (A1) hat sich die Unfallzahl bei 16- bis 17-Jährigen zwischen 2021 und 2023 mehr als verdoppelt.

 

Das ASTRA kündigt an, in den kommenden Monaten gemeinsam mit Interessenvertretern mögliche Massnahmen zur Unfallvermeidung zu prüfen. Diskutiert wird eine Anpassung der Ausbildung, insbesondere bei der praktischen Grundschulung (PGS), die für Motorradfahrende verpflichtend ist. Die Umsetzung soll im Rahmen eines grösseren Projekts zur Überarbeitung der PGS erfolgen, dessen Vernehmlassung für 2027 geplant ist.

 

Fazit

Die jüngsten Zahlen zeigen, dass die Verkehrssicherheit in der Schweiz weiterhin ein bedeutendes Thema bleibt. Während die gesunkene Zahl der Schwerverletzten positiv zu bewerten ist, stellt der Anstieg der Verkehrstoten eine Herausforderung dar. Besonders besorgniserregend ist die Zunahme der Todesfälle unter E-Bike-Fahrenden sowie jungen Motorradfahrenden. Ob die geplanten Massnahmen des ASTRA hier zu einer Trendumkehr führen können, wird sich in den kommenden Jahren zeigen.

 

 

Herausgeber

Bundesamt für Strassen

http://www.astra.admin.ch


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