
DMZ –WIRTSCHAFT ¦ Sarah Koller
Als Donald Trump am 20. Januar seinen Amtseid für eine zweite Amtszeit ablegte, waren die Erwartungen an die Finanzmärkte hoch. Viele Investoren hofften auf eine Fortsetzung der wirtschaftsfreundlichen Politik, die seine erste Amtszeit geprägt hatte. Doch nur wenige Wochen nach seinem Amtsantritt zeichnet sich ein anderes Bild ab: Die Aktienkurse großer Unternehmen, insbesondere im Technologiesektor, geraten unter Druck, und einige der reichsten Menschen der Welt verzeichnen deutliche Vermögensverluste. Laut dem Bloomberg Billionaires Index haben allein fünf Superreiche zusammen rund 209 Milliarden US-Dollar eingebüßt.
Von Aufschwung zu Einbruch: Die Turbulenzen der Finanzmärkte
Die Wochen zwischen Trumps Wiederwahl und seiner Amtseinführung waren geprägt von einer deutlichen Erholung der Börsen. Der S&P 500 erreichte neue Höchststände, und insbesondere Technologieaktien verzeichneten hohe Kursgewinne. Unternehmen wie Tesla, Meta und Amazon profitierten zunächst von der Euphorie der Anleger, die sich eine ungebremste Fortsetzung der Wachstumsstrategie erhofften. Doch mit der Amtseinführung folgte die Ernüchterung: Politische Unsicherheiten, Umstrukturierungen in der Regierung und neue wirtschaftspolitische Anzeichen führten zu einer Trendwende an den Märkten.
Der S&P 500 verlor seit dem Amtsantritt des Präsidenten rund 6,4 Prozent an Wert, während sich der Rückgang bei den großen Technologieunternehmen teilweise noch deutlicher bemerkbar machte. Analysten führen dies unter anderem auf wachsende Bedenken hinsichtlich neuer Zölle, einer strikteren Regulierung der Tech-Branche und einer möglichen wirtschaftlichen Abschwächung zurück.
Milliardäre unter Druck: Wer besonders betroffen ist
Elon Musk (148 Milliarden Dollar Verlust)
Der Tesla-Chef hat den größten finanziellen Rückschlag erlitten. Ende 2023 erreichte sein Vermögen mit etwa 240 Milliarden US-Dollar einen Höchststand. Doch der Rückgang der Tesla-Aktien, insbesondere durch Absatzprobleme in China und Europa sowie eine schwächere Nachfrage, lässt sein Nettovermögen rapide schrumpfen. Auch seine öffentlichen politischen Positionierungen, darunter seine Kritik an regulatorischen Maßnahmen in den USA und Europa, könnten Investoren verunsichert haben.
Jeff Bezos (29 Milliarden Dollar Verlust)
Der Amazon-Gründer hatte sich lange kritisch gegenüber Trump geäußert, vollzog jedoch nach dessen Wiederwahl eine Annäherung. Trotz allem verlor Amazon seit Mitte Januar etwa 14 Prozent seines Aktienwerts. Analysten verweisen auf sinkende Margen im E-Commerce-Geschäft sowie die steigenden Kosten für KI-Investitionen, die das Wachstum bremsen.
Sergey Brin (22 Milliarden Dollar Verlust)
Der Google-Mitgründer sieht sich mit verschärften regulatorischen Herausforderungen konfrontiert. Das US-Justizministerium erhob zuletzt erneut Klage gegen Alphabets Werbemonopol. Zudem fiel das jüngste Quartalsergebnis schwächer aus als erwartet, was zu einem Aktienrückgang von sieben Prozent führte.
Mark Zuckerberg (5 Milliarden Dollar Verlust)
Meta profitierte zunächst von der allgemeinen Markterholung, doch wachsende Konkurrenz und regulatorische Risiken setzen den Konzern unter Druck. Der stark gestiegene Aktienkurs der vergangenen Monate verlor zuletzt an Dynamik, was sich in den Vermögenswerten Zuckerbergs widerspiegelt.
Bernard Arnault (5 Milliarden Dollar Verlust)
Der Chef des Luxuskonzerns LVMH und einer der reichsten Europäer sah sich mit einer Abschwächung der Nachfrage im Luxussegment konfrontiert. Zudem könnten neue US-Zölle auf europäische Produkte LVMH belasten. Nach einem kräftigen Anstieg im Jahr 2023 musste das Unternehmen zuletzt Kursverluste hinnehmen.
Fazit: Politische Unsicherheiten als Risikofaktor für die Märkte
Die zweite Amtszeit von Donald Trump beginnt unter wirtschaftlich unsicheren Vorzeichen. Während Investoren zunächst auf eine Fortsetzung der wirtschaftsfreundlichen Politik hofften, zeichnet sich nun ein komplexeres Bild ab. Die Märkte reagieren empfindlich auf politische Entscheidungen, insbesondere im Bereich Handel und Regulierung. Zudem dürfte die Entwicklung der Zinspolitik durch die US-Notenbank FED eine entscheidende Rolle für den weiteren Verlauf der Finanzmärkte spielen.
Ob sich die Verluste der Milliardäre als vorübergehende Korrektur oder als langfristiger Trend erweisen, hängt maßgeblich von den weiteren wirtschaftspolitischen Entscheidungen der Regierung ab. Fakt ist: Die Unsicherheit bleibt groß, und das Vertrauen der Märkte in die wirtschaftliche Stabilität der USA steht auf dem Prüfstand.
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