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Elon Musks riskantes Twitter-Abenteuer: Wie Teslas Börsenkurs seine Zukunft bestimmt

DMZ – WIRTSCHAFT ¦ Sarah Koller
KOMMENTAR

 

Als Elon Musk im Oktober 2022 Twitter für 44 Milliarden Dollar übernahm, sorgte der Schritt weltweit für Aufsehen. Viele sahen in dem Kauf einen mutigen, wenn nicht visionären Schachzug eines Unternehmers, der die Welt verändern wollte. Doch zweieinhalb Jahre später, im März 2025, zeichnen sich die finanziellen Schattenseiten ab: Die Übernahme von Twitter könnte sich als eines von Musks größten finanziellen Missgeschicken entpuppen. Denn die Finanzierung des Deals ist untrennbar mit dem Aktienkurs von Tesla verknüpft – und dieser Kurs hat im Frühjahr 2025 einen dramatischen Rückgang erfahren.

 

Die Finanzierung der Twitter-Übernahme: Ein riskantes Konstrukt
Musk griff für die Finanzierung seiner Twitter-Übernahme auf ein komplexes Paket zurück, das nicht nur Bankkredite, sondern auch die Verwertung von Tesla-Aktien beinhaltete:

  • 13 Milliarden Dollar kamen aus Bankdarlehen, die direkt auf Twitter lasten.
  • Ein weiterer erheblicher Teil der Finanzierung wurde durch den Verkauf von Tesla-Aktien gedeckt. Zwischen April und Dezember 2022 verkaufte Musk Tesla-Anteile im Wert von rund 23 Milliarden Dollar.
  • Zusätzlich stellte Musk Tesla-Aktien als Sicherheit für weitere Kredite zur Verfügung, um die Finanzierungslücke zu schließen.

Diese enge Verzahnung mit Tesla birgt erhebliche Risiken: Sollte der Tesla-Aktienkurs weiterhin fallen, könnte Musk gezwungen sein, noch mehr Anteile abzustoßen. Im schlimmsten Fall könnten auch Banken zusätzliche Sicherheiten verlangen, was seine finanzielle Flexibilität weiter einschränken würde.

 

Der Absturz der Tesla-Aktie: Ursachen und Folgen
Seit der Übernahme von Twitter durch Musk hat Tesla an der Börse schwere Verluste hinnehmen müssen. Vom Höchststand Ende 2021 bis März 2025 hat die Aktie zeitweise mehr als 60 % an Wert verloren, obwohl es zwischenzeitlich auch Erholungsphasen gab. Die Gründe für diesen Rückgang sind vielfältig:

  • Stagnierende Absatzzahlen und starker Wettbewerb im Elektroauto-Sektor, insbesondere durch chinesische Hersteller wie BYD, die zunehmend Marktanteile gewinnen.
  • Kritik an Musks Führungsstil und seiner zunehmenden Fokussierung auf Twitter – mittlerweile X genannt – was zu Sorgen führt, dass Tesla dadurch vernachlässigt wird.
  • Globale wirtschaftliche Unsicherheiten, wie steigende Zinsen und eine schwächelnde Nachfrage nach Tech-Aktien, haben ebenfalls ihren Teil zum Verfall des Aktienkurses beigetragen.

Zu Beginn des Jahres 2025 gab es dann einen erneuten Kurssturz, nachdem Tesla enttäuschende Quartalszahlen vorgelegt hatte. Sollte der Abwärtstrend weiter anhalten, könnte Musk in eine ernsthafte finanzielle Schieflage geraten: Banken könnten Nachschüsse verlangen, und sein Handlungsspielraum würde sich weiter verengen.

 

Trumps Rückkehr als mögliche Rettung?
Seit Donald Trumps Wiederwahl im Januar 2025 hat Musk seine politische Unterstützung für den Präsidenten weiter ausgebaut. Bereits während des Wahlkampfes 2024 hatte Musk Trump unterstützt – wahrscheinlich aus strategischen Überlegungen:
Trump hat wirtschaftsfreundliche Maßnahmen wie Steuersenkungen und Deregulierungen angekündigt, von denen auch Tesla und andere Musk-Unternehmen profitieren könnten. Zudem könnte eine Politik, die Social-Media-Plattformen weniger streng reguliert, Twitter – pardon, X – entlasten, das weiterhin mit Kontroversen um Desinformation zu kämpfen hat.

Musk scheint darauf zu setzen, durch politischen Einfluss in Washington seine Firmen zu stützen. Erste Anzeichen, wie die Berufung von Tech-freundlichen Beratern in Trumps Team, lassen diese Hoffnung aufleben. Doch ob diese Strategie auf lange Sicht tatsächlich Früchte tragen wird, bleibt fraglich – bislang reagieren die Märkte eher verhalten.

 

Fazit: Ein riskantes Spiel
Unzweifelhaft hat die Twitter-Übernahme Musks Imperium verwundbar gemacht. Der Tesla-Aktienkurs bleibt weiterhin der Schlüssel zu seiner finanziellen Stabilität, während X weiterhin rote Zahlen schreibt. Ob Trumps Rückkehr als Präsident Musk tatsächlich retten kann, oder ob der Abwärtstrend sich fortsetzt, wird nicht nur von wirtschaftlichen, sondern auch von politischen Faktoren abhängen. Im März 2025 steht der einst unantastbare Visionär an einem entscheidenden Wendepunkt.


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