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AT: Zero Project: Inklusion im Fokus – Prämierte Projekte für Arbeit, IT und Kunst im Parlament vorgestellt

Auftaktveranstaltung zur Zero Project Conference 2025 (Copyright: Parlamentsdirektion/Thomas Topf)
Auftaktveranstaltung zur Zero Project Conference 2025 (Copyright: Parlamentsdirektion/Thomas Topf)

DMZ –  POLITIK ¦ MM ¦ Lena Wallner ¦Auftaktveranstaltung zur Zero Project Conference 2025 (Copyright: Parlamentsdirektion/Thomas Topf)

 

Abgeordnete aller Fraktionen präsentieren innovative Ansätze für eine barrierefreie Zukunft

 

Wien – Die Essl Foundation setzt sich mit dem 2008 ins Leben gerufenen Zero Project für eine Welt ohne Barrieren ein. Im Vorfeld der jährlichen Zero Project Conference, die vom 5. bis 7. März in der Wiener UNO-City stattfindet, stellten heute Abgeordnete aus allen Parlamentsfraktionen prämierte Initiativen in den Bereichen inklusive Beschäftigung, IT und Kunst vor. Zugleich bekräftigten die Politiker:innen ihr Engagement für die Umsetzung dieser Innovationen in Österreich.

 

Von speziellen Qualifizierungsprogrammen über leistbare technische Hilfsmittel bis hin zur Unterstützung inklusiver Kleinunternehmen und Musiker:innen mit Behinderungen deckten die vorgestellten Projekte eine breite Palette an Lösungen ab. Ziel ist es, Barrieren abzubauen und die gesellschaftliche Teilhabe zu fördern.

 

Qualifizierung für bildungsbenachteiligte Jugendliche

Jugendliche mit intellektuellen Behinderungen oder Lernschwierigkeiten haben in Österreich oft keinen Zugang zur regulären Berufsbildung. FPÖ-Abgeordnete Rosa Ecker stellte daher eine steirische Initiative zur Qualifizierung dieser Zielgruppe vor. Sie betonte, wie wichtig es sei, jungen Menschen den Weg in ein selbstbestimmtes Berufsleben zu ebnen, und forderte das Prinzip "Lohn statt Taschengeld" für alle.

 

Das von "Chance B" entwickelte Programm KomKom zielt darauf ab, die Kompetenzen dieser Jugendlichen sichtbar zu machen und ihnen den Einstieg ins duale Ausbildungssystem zu ermöglichen. "Bereits 10 % der Absolvent:innen fanden eine feste Anstellung, weitere 20 % eine Teilzeitstelle", hob Behindertenanwältin Christine Steger hervor.

 

Globale Plattform für barrierefreie Technologien

Technische Hilfsmittel für Menschen mit Behinderungen sind oft teuer und schwer zugänglich. Die weltweite Plattform "TOM Global", vorgestellt von ÖVP-Abgeordneter Heike Eder, bringt Techniker:innen, Designer:innen und Betroffene zusammen, um innovative Lösungen zu entwickeln. Bereits mehr als 1.000 Open-Source-Lösungen wurden geschaffen, die bis zu 99 % günstiger als kommerzielle Produkte sind.

 

Klaus Widl, Präsident des Österreichischen Behindertenrats, betonte, wie essenziell es sei, Betroffene in den Innovationsprozess einzubeziehen. Der ehemalige ORF-Beauftragte für Barrierefreiheit, Franz-Joseph Huainigg, der sich via KI-Avatar beteiligte, unterstrich die Bedeutung inklusiv gestalteter Technologien.

 

Selbständigkeit für junge Menschen mit Behinderungen

Christian Oxonitsch (SPÖ) präsentierte das britische Programm SAMEE, das junge Menschen mit Behinderungen beim Schritt in die Selbständigkeit unterstützt. Das 50-wöchige Training kombiniert Profiling, Kompetenzentwicklung und Praktika. Von den Teilnehmer:innen des Jahrgangs 2023 gründeten neun ihr eigenes Unternehmen, drei fanden eine Teilzeitstelle. "Solche Programme verdienen mehr Sichtbarkeit und Unterstützung", betonte Oxonitsch.

 

Inklusive Kleinunternehmen als neue Beschäftigungsmöglichkeit

Die NGO "Diakonie de La Tour" schuf mit ihrem 2021 gestarteten Projekt inklusive Kleinunternehmen, in denen Menschen mit schweren Behinderungen sozialversicherungspflichtig arbeiten können. Bis 2024 wurden 20 Arbeitsplätze geschaffen. "Diese Initiative zeigt, dass es in Österreich durchaus möglich ist, inklusive Arbeitsmodelle umzusetzen", sagte NEOS-Abgeordnete Fiona Fiedler. Sie forderte ein Ende der Praxis, wonach viele Menschen mit Behinderungen in Werkstätten lediglich ein Taschengeld von wenigen Euro pro Woche erhalten.

 

Plattform für Musiker:innen mit Behinderungen

"Handiclapped", eine Berliner Eventagentur, bietet mit ihrer Plattform "Pinc Music" eine Bühne für Musiker:innen mit Behinderungen. Ralph Schallmeiner (Grüne) stellte das Projekt vor, das inklusive Bands und Solokünstler:innen bei der Produktion von Soundproben, Fotos und Hintergrundgeschichten unterstützt. So erhöht sich die Chance, von Konzertagenturen und Festivals gebucht zu werden. "Musik ist eine Superkraft für eine offene Gesellschaft", betonte Thorsten Hesse von Handiclapped.

 

Inklusion als gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Bundesratspräsidentin Andrea Eder-Gitschthaler (ÖVP) hob in ihrem Schlusswort hervor, dass Inklusion keine Zukunftsvision, sondern gelebte Realität sein kann. "Gemeinsam können wir Lösungen finden und digitale Barrieren verhindern. Es ist an der Zeit, weiterzuarbeiten und sich für eine inklusive Gesellschaft einzusetzen."

 

Zero Project: Ein weltweites Netzwerk für Inklusion

Das Zero Project der Essl Foundation ist das größte globale Netzwerk für Innovationen im Bereich Inklusion. Die Auswahl der prämierten Projekte basiert auf 77 Zero-Preisträger:innen aus 45 Ländern, die sich durch wegweisende Ansätze zur Förderung von Barrierefreiheit und gesellschaftlicher Teilhabe auszeichnen.

  

 

 

Herausgeber / Quelle: Parlamentskorrespondenz Österreich ¦ 


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