
DMZ – GESELLSCVHAFT ¦ S. Koller
Rechtsextreme Ideologien breiten sich in vielen Ländern ungehindert aus. Rassismus, Antisemitismus und die Verachtung demokratischer Werte sind längst nicht mehr Randerscheinungen, sondern drängen immer stärker in die gesellschaftliche Mitte. Während rechte Parteien und Gruppierungen unverhohlener agieren, bleibt eine breite, entschiedene Gegenwehr oft aus. Besonders irritierend ist das Schweigen vieler prominenter Persönlichkeiten – Menschen, die mit ihrer Reichweite Millionen erreichen und echten Einfluss auf den gesellschaftlichen Diskurs haben.
Prominenz bedeutet Verantwortung – doch wo bleibt sie?
Ob Schauspieler, Musiker, Sportler oder Influencer – kaum jemand hat eine so große mediale Plattform wie sie. Ihre Worte prägen Meinungen, ihre Haltung kann Trends setzen, und gerade in Zeiten, in denen Demokratie keine Selbstverständlichkeit mehr ist, wäre ein klares Bekenntnis gegen rechte Ideologien essenziell. Doch allzu oft bleibt es aus. Man hört höflich formulierte Allgemeinplätze, bestenfalls ein vages Statement gegen „jede Form von Extremismus“ – eine Phrase, die nichtssagender kaum sein könnte.
Natürlich gibt es mutige Ausnahmen: Herbert Grönemeyer, Campino oder Charlotte Knobloch sprechen Klartext. Doch die meisten schweigen – und dieses Schweigen ist gefährlich.
Warum es keine Neutralität gibt
Manche argumentieren, Politik und Unterhaltung müssten getrennt bleiben. Doch genau das ist eine Illusion. Wer heute als prominente Persönlichkeit auftritt, ist automatisch Teil des öffentlichen Diskurses. Und wenn Rechtsextreme die gesellschaftliche Bühne immer selbstbewusster betreten, darf es keine Unentschlossenheit geben. Wer sich nicht klar gegen Rassismus und Demokratiefeindlichkeit stellt, sendet ungewollt ein Signal: dass es vielleicht doch nicht so schlimm sei.
Noch schlimmer ist es, wenn Stars, die offen rechte Parolen verbreiten, keine ernsthaften Konsequenzen fürchten müssen. In den USA oder Großbritannien verlieren Prominente, die mit rassistischen oder antisemitischen Äußerungen auffallen, oft Sponsorenverträge oder Auftrittsmöglichkeiten. Im deutschsprachigen Raum hingegen bleibt es meist bei lauem Protest – wenn überhaupt.
Es geht um mehr als Imagepflege
Sich gegen Rechts zu positionieren, ist nicht nur eine Frage moralischer Verantwortung, sondern auch eine Notwendigkeit, um demokratische Werte zu schützen. Die Gefahr kommt nicht über Nacht – sie wächst langsam, während zu viele wegsehen. Gerade deshalb braucht es öffentliche Stimmen, die laut und unmissverständlich widersprechen.
Ja, es kostet Mut. Ja, es könnte Gegenwind geben. Aber genau das ist der Punkt: Wenn diejenigen, die eine Stimme haben, sie nicht nutzen, hinterlassen sie ein gefährliches Vakuum. Es ist Zeit, dass mehr Prominente verstehen: Schweigen ist keine Option. Wer sich nicht klar gegen rechte Hetze stellt, trägt dazu bei, dass sie weiter salonfähig wird. Und das dürfen wir uns nicht leisten.
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